Erinnern! Nicht vergessen! Virtueller Gedenkstein

Christian Endemann

Christian Endemann wurde am 1. Juli 1885 in Fattigau bei Hof geboren. Er war gelernter Eisengießer. 1908 trat er der SPD bei. 1918 wurde er Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Amberg. Diese Funktion übte er bis 1933 aus. In den Jahren 1924 bis 1932 war er auch Mitglied des Bayerischen Landtags. Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde er bereits im März 1933 erstmals in Schutzhaft genommen. Beim zweiten Mal wurde er am 30.06.1933 ins KZ Dachau verbracht. Diese Haftzeit dauerte bis zum 01.05.1934. 1935 erfolgte seine erneute Verhaftung wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Er verbrachte 15 Monate in Untersuchungshaft mit einer anschließenden Haftzeit von zweieinhalb Jahren im KZ Dachau. Davon verbrachte er 30 Monate im Dunkelbunker. Seine Gesundheit war ruiniert. Doch seine Würde und seine Überzeugung konnten ihn die Nazis nicht nehmen. Nach seiner Entlassung 1944 war er bei der Volksbank tätig. Im August 1944 folgte dann für fünf Monate die Internierung im KZ Flossenbürg. Danach wurde er an die Gestapo in Regensburg überstellt.

„Die Nazi-Verbrecher sind geflohen oder tot, die Stadt und das Volk in Elend und Not.“

Mit drei dicken Strichen im Goldenen Buch der Stadt Amberg und mit diesen Worten beendete Christian Endemann das grauenvolle Kapitel des Nationalsozialismus in Amberg. Nach der Befreiung von der Nazidiktatur wurde der überzeugte Sozialdemokrat am 13. Mai 1945 von der amerikanischen Militärregierung zum kommissarischen Oberbürgermeister berufen. Im Juni 1946 folgte dann seine Wahl zum berufsmäßigen 2. Bürgermeister, der er bis zum 30. Juni 1948 blieb. Er war Stadtrat der Stadt Amberg von 1929 bis 1933 und von 1946 bis 1950. • Er war Mitglied in der Zeit von 26.02.1946-13.06.1946 Mitglied des Beratenden Landesausschusses (Vorparlament). 30.06.1946-26.10.1946 Mitglied der Verfassunggebende Landesversammlung (SPD) • Von November 1946 Mitglied im kommissarischen Bezirksverbandsausschuss für Niederbayern/Oberpfalz • Und 01.12.1946-30.05.1950 Mitglied des Bayerischen Landtags (SPD Am 30.05.1950 verstarb Christian Endemann in Amberg. Er hatte sich gesundheitlich von den Schäden aus seiner Haftzeit nicht mehr erholt.